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Mit Vertrauen die Krebsmedizin von morgen gestalten

Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft unterstützt die Nationale Dekade gegen Krebs ein neues Wissenschaftskommunikations-Projekt der Charité – Universitätsmedizin Berlin: „TRUST – Vertrauen durch Teilhabe: Gemeinsam die Krebsmedizin der Zukunft gestalten“.

Das Projekt wurde gemeinsam mit weiteren Vorhaben aus der Wissenschaftskommunikation ausgewählt und startet bereits am 1. April 2026. TRUST macht sichtbar, wie mit Hilfe von Gewebespenden, modernen Ansätzen der Krebsforschung und Patienten-Partizipation neue, personalisierte Therapien entstehen.

Organoide: Ein Schlüssel für personalisierte Krebsmedizin

Im Mittelpunkt von TRUST steht der Einsatz von Organoiden in der Forschung. Organoide sind miniaturisierte, patientenspezifische Gewebemodelle, die aus gespendeten Zellen entstehen und die Eigenschaften eines Tumors im Labor nachbilden. Forschende können daran Wirkstoffe testen und Therapieansätze präziser prüfen, bevor sie bei Patientinnen und Patienten eingesetzt werden. Damit eröffnen Organoide große Chancen für die personalisierte Krebsmedizin: Therapien können besser auf einzelne erkrankte Menschen zugeschnitten werden, Nebenwirkungen lassen sich besser abschätzen, und neue Behandlungsstrategien können schneller bewertet werden.

Bühnenbild TRUST
© Nationale Dekade gegen Krebs

Das Problem: In der breiten Öffentlichkeit sind Organoide und ihre Bedeutung für die Krebsmedizin bislang kaum bekannt. Gleichzeitig wirft der Einsatz häufig Fragen auf: Wie werden Gewebeproben und Daten genutzt? Wer entscheidet über die Verwendung? Welche Mitbestimmungsrechte haben Patientinnen und Patienten? 

Forschung verständlich machen, Vertrauen stärken

TRUST liefert Antworten auf diese Fragen. Ziel ist es, die Lücke zwischen wissenschaftlicher Innovation und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu schließen und das Vertrauen in neue Methoden der Krebsmedizin zu stärken. Patientinnen und Patienten sollen informierte Entscheidungen treffen können – etwa zur eigenen Gewebespende oder zur Teilnahme an Studien. Um das zu erreichen, will TRUST die Organoidenforschung sichtbar und verständlich machen. 

Wanderausstellung und Dialogformate: Krebsmedizin zum Anfassen

Kern des Projekts ist eine multimediale, mehrsprachige Wanderausstellung, die von Juni bis November 2026 an verschiedenen Orten in Berlin zu sehen sein wird. Die Ausstellung zeigt anschaulich, wie Gewebespenden gewonnen und genutzt werden, wie Organoide entstehen und in der Forschung eingesetzt werden und wie patientenberichtete Erfahrungen zu ihrem Gesundheitszustand oder Lebensqualität („Patient Reported Outcomes“) helfen, Therapien und Versorgung zu verbessern.

Die Ausstellung wird von interaktiven Dialogformaten begleitet, darunter moderierte Diskussionsrunden, Fragerunden (Q&As) und einem Wissensquiz. Besucherinnen und Besucher können mit Forschenden, Ärztinnen und Ärzten sowie und Patientenvertretungen ins Gespräch kommen, Fragen stellen und ihre Perspektiven einbringen.

Alle Angebote sind darauf ausgerichtet, komplexe Inhalte der Krebsmedizin verständlich aufzubereiten und Berührungsängste mit Wissenschaft abzubauen. Um auch Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen mit Migrations‑ oder Fluchtgeschichte Teilhabe zu ermöglichen, werden Säulen des Projekts mehrsprachig aufgesetzt – unter anderem auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Polnisch, Russisch und Ukrainisch. 

Teilhabe als Prinzip – auch über das Projekt hinaus

TRUST wird von der Charité – Universitätsmedizin Berlin getragen. Beteiligt sind Charité 3R, das Einstein Center 3R sowie das Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC). Eng eingebunden sind zudem der CCCC‑Patient:innenbeirat und der Patientenforschungsrat des NCT Berlin. Sie bringen die Perspektive von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen systematisch in die Projektgestaltung ein. Ein besonderes Merkmal von TRUST ist außerdem der Anspruch, Rückmeldungen auszuwerten und in die Weiterentwicklung von Informationsangeboten einfließen zu lassen.

Die Wissenschaftsjahre - die zentrale Aktivität des BMFTR in der Wissenschaftskommunikation

Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September rund 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr 2026 mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media-Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.

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