Prof. Robert Zeiser für exzellente Forschung geehrt
Prof. Zeiser erhält für seine herausragende Forschung in der Immunologie den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG. Seine Arbeit verbessert das Leben vieler Patientinnen und Patienten, wie das Beispiel einer aktuellen Studie zeigt.
Prof. Zeiser erhält für seine herausragende Forschung in der Immunologie den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG. Seine Arbeit verbessert das Leben vieler Patientinnen und Patienten, wie das Beispiel einer aktuellen Studie zeigt.
Die Verleihung des Leibniz-Preises fand am 19. März 2025 bei einem Festakt im Café Moskau in Berlin statt. Übergeben wurde der Preis von Katja Becker, Präsidentin der DFG, die Zeisers Arbeit auf höchstem internationalem Niveau, seine interdisziplinäre und sehr vernetzte Herangehensweise lobte: "Wir wählen Persönlichkeiten aus, die in den vergangenen Jahren bereits herausragende Forschungsleistungen erbracht haben und von denen aber auch zu erwarten ist, dass sie in Zukunft die Grenzen des Wissens nochmals signifikant erweitern."
Prof. Zeiser betonte anlässlich der Ehrung: „Ich freue mich außerordentlich. Mein Ziel ist es, mit meiner Forschung einen echten Unterschied für Krebspatientinnen und -patienten zu machen.“ Er sieht den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis als Anerkennung und als Ansporn weiterzumachen und „sich nicht damit zufrieden zu geben, wie die aktuelle Situation ist“.
Forschungsbeispiel: Mit Licht gegen Nebenwirkungen von Immuntherapie
Der Leiter der Sektion für Tumorimmunologie am Universitätsklinikum Freiburg arbeitet unermüdlich an Verbesserungen für Patientinnen und Patienten. So hat er zum Beispiel in einer aktuellen Studie den Einsatz einer speziellen Lichtbehandlung gegen Nebenwirkungen von Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) erprobt - einer Krebs-Immuntherapie. Diese Wirkstoffe verstärken das körpereigene Abwehrsystem gegen den Krebs und haben seit 2011 die Lebenszeit vieler Patientinnen und Patienten deutlich verlängert.
Wie bei jeder Behandlung können Nebenwirkungen auftreten. Die starke Aktivierung des Immunsystems führt oft zu Angriffen auf körpereigenes Gewebe und löst Entzündungen aus, etwa im Darm. Prof. Zeiser und sein Team setzten dagegen die so genannte extrakorporale Photopherese (ECP) ein, um das Immunsystem von auto-aggressiven Angriffen abzuhalten. Die Methode kommt bereits bei anderen immunbedingten Erkrankungen zur Anwendung und verringert beispielsweise das Risiko einer Abstoßungsreaktion nach einer Stammzelltransplantation.
Viele Betroffene können profitieren
Das Experiment gelang: „Wir konnten die Nebenwirkungen der Krebs-Immuntherapie weitestgehend stoppen, ohne die Krebsabwehr zu beeinträchtigen. Das hebt die Lebensqualität der Krebspatienten und -patientinnen deutlich. Künftig könnten dadurch viele von einer Immuntherapie profitieren, für die das bislang zu belastend ist“, so Prof. Zeiser.
Bestrahlung einzelner Blutbestandteile beruhigt das Immunsystem
In einer Studie behandelte sein Team 14 Krebspatientinnen und -patienten, die durch die Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren Entzündungen entwickelt hatten (s. Infokasten), mit der Lichttherapie. Das Blut wird dabei in ein Gerät außerhalb des Körpers geleitet und in Bestandteile aufgetrennt. Weiße Blutkörperchen und ein Teil des Blutplasmas werden mit einem Medikament gegen UV-Strahlen empfindlich gemacht und ultravioletter Strahlung (UVA-Strahlung) ausgesetzt. Danach gelangen die Zellen zurück in den Körper.
Überzeugende Wirksamkeit in der Machbarkeitsstudie
Nach dieser Behandlung besserten sich bei nahezu allen Teilnehmenden die Nebenwirkungen deutlich. Die besonders belastenden Darmentzündungen (Kolitis) heilten vollständig, und die Dosis entzündungshemmender Medikamente wie Kortison konnte verringert werden. Die Lichttherapie selbst wurde gut vertragen.
Die Forschenden entdeckten, dass Adiponektin, ein Molekül aus dem Fettstoffwechsel, nach der ECP gezielt entzündungsfördernde Zellen im Gewebe reduziert. Zukünftige Studien müssen die Ergebnisse in größeren Patientengruppen bestätigen, so Prof. Zeiser.
Mit den 2,5 Millionen Euro aus dem Leibniz-Preis will der Forscher in den nächsten sieben Jahren auch riskanteren Forschungsfragen nachgehen, für die sich sonst schwer Geldgeber finden. Diese Projekte könnten einen wichtigen Erkenntnisgewinn für die Patientenversorgung bringen, was sein erklärtes Ziel ist.
Die Nationale Dekade gegen Krebs gratuliert Prof. Zeiser herzlich zur wohlverdienten Auszeichnung.