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Neue Impulse für die europäische Krebsforschung

Aktuelle Fördermöglichkeiten, ein Strategie-Workshop zu klinischen Studien und Informationen zu innovativen, europäischen Projekten bieten Forschenden vielfältige Chancen zur Vernetzung, Kooperation und Beteiligung an europäischen Forschungs- und Innovationsprojekten.

EU-Förderung für die Krebsforschung

Am 15.09.2026 endete die Einreichfrist für den Aufruf 2026 der Krebsmission. Für die Förderung von Projekten stehen über 120 Mio. € zur Verfügung. Auf die sieben ausgeschriebenen Themen in den Bereichen Verständnis von Krebs, Prävention, Diagnose und Behandlung sowie Verbesserung der Lebensqualität wurden 327 Anträge eingereicht. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte Dezember 2026 vorliegen.

Somit liegt der Fokus jetzt ganz auf dem Aufruf 2027. Auch hier werden wieder sieben Themen zur Förderung ausgeschrieben, wofür ein Gesamtbudget von ca. 115 Mio. € zur Verfügung steht. Folgende Themen sind vorgesehen, für die die Einreichfrist im September 2027 enden wird: 

  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-01: Leveraging functional genomics to reveal novel targets for cancer treatment (RIA)
  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-02: Clinical research by Comprehensive Cancer Infrastructures for the benefit of patients with common cancers (IA)
  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-03: Phase 1 including first-in-human clinical trials to test biomarker-guided medicines or multimodal treatment interventions for patients with rare or very rare cancers or cancer subtypes (RIA)
  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-04: Improving equitable health outcomes and added value for and with cancer patients through health-economics research, health systems research and outcomes research (RIA)
  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-05: Precommercial procurement of affordable solutions for healthcare systems in the areas of cancer technologies, cancer medical devices, or cancer medicines (PCP)
  • HORIZON-MISS-2027-02-CANCER-06: Support a Young Cancer Survivor Quality of Life (QoL) research programme by cancer charities and funding agencies (CSA)

Zudem ist eine gemeinsame Ausschreibung mit der Bodenmission vorgesehen, für die 24 Mio. € zur Verfügung stehen. Sie adressiert das folgende Thema:

  • HORIZON-MISS-2027-06-SOIL-CANCER: Living labs to monitor and mitigate carcinogenic substances in and originating from soils: Evaluating their effects on human cancer risks (RIA)

Strategie-Workshop: Klinische Studien in der EU-Krebsmission – Förderchancen im Dialog am 03.11.2026

Die Vorsitzenden des European Cancer Hub Germany laden zu einem Strategieworkshop zu klinischen Studien ein, um die Fördermöglichkeiten für klinische Studien in der Krebsmission zu diskutieren und die Chancen deutscher Einrichtungen in diesem Zusammenhang nachhaltig zu stärken. Auf dem Workshop werden der European Cancer Hub Germany vorgestellt, die aktuelle Förderlandschaft der Krebsmission mit einem Fokus auf relevante Ausschreibungen im Bereich Krebsforschung mit klinischen Studien dargestellt, sowie Schnittstellen mit der deutschen Forschungslandschaft betrachtet. Die Veranstaltung findet am 03.11.2026, 10:00 bis 12:00 Uhr online statt. Hier finden Sie die Agenda. Die Anmeldung kann bis zum 29.10.2026 hier erfolgen. Die Einwahldaten werden Ihnen nach der Anmeldung zugesandt. Sollten Sie spezifische Fragen vorab haben, senden Sie uns diese gerne an NKSG-Veranstaltungen@dlr.de.

Das Projekt ECHoS startet in die zweite Runde

ECHoS ist ein Projekt, das im Rahmen der Krebsmission gefördert wird. Ziel von ECHoS ist es, die Umsetzung der Aktivitäten im Rahmen der Krebsmission in allen Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern (MS/AC) durch die Einrichtung und den Ausbau von „National Cancer Mission Hubs“ (NCMH) zu unterstützen, die auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene tätig sind. Nach einer ersten dreijährigen Förderung fand am 10.09.2026 das Kick-off-Meeting für die Fortführung in einer zweiten Förderphase statt. 
Die Koordinatorin von ECHoS stellte auf dem Meeting die Ergebnisse von Phase 1 vor: 22 implementierte NCMH und Hub-Strukturen, 14 Policy-Dialoge, über 300 Teilnehmer an den Cancer Mission Fairs und mehr. Phase 2 wird mit mehr als 15 Millionen Euro gefördert, hat eine Laufzeit von 5 Jahren und vereint 61 Partner und 8 europäische Organisationen aus 29 Ländern. Der Fokus liegt auf Konsolidierung, Kapazitätsaufbau und langfristiger Nachhaltigkeit. Ein zentrales neues Element ist die ECHoS Academy, die missionsorientierte Führungs- und Kollaborationskompetenzen aufbaut.

Es folgten mehrere Sessions zu unterschiedlichen Themen. Beispielsweise gab es eine Podiumsdiskussion zur Frage, wie die missionsorientierte Führung klinische Studien und Innovation beschleunigen und Europa bis 2030 zum weltweit attraktivsten Ort für Krebsinnovationen machen kann. Die Expertinnen und Experten finden dafür beispielsweise wichtig, dass Studien schneller starten können, eingetretene Wege verlassen werden um echte Ko-Kreation zu erreichen, nachhaltige Langzeitstrukturen aufgebaut werden und die Industrie stärker einbezogen wird. Abgestimmte Portfolios sollten angestrebt werden, um Fragmentierung zu reduzieren. Die oben bereits genannte ECHoS Academy soll durch Kompetenzaufbau in verschiedenen Bereichen dazu beitragen.

In weiteren Sessions wurden u. a. Forschungspolitik, die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern bzw. Patientinnen und Patienten, Synergien und Multi-Stakeholder-Ansätze sowie regionale und lokale Auswirkungen adressiert.

Insgesamt passen die vorgestellten Inhalte zu den Erwartungen, die die Europäische Kommission auf dem Meeting formuliert hat: ECHoS soll die NCMH beim weiteren Ausbau unterstützen, ein europäisches Netzwerk für den Austausch, die Kooperation und die strategische Abstimmung der NCMH etablieren, Regionen und lokale Akteure einbinden, die neuen Prioritäten der EU beachten (wie z. B. dem Biotech Act und der europäischen Life Science Strategy) sowie Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten in die Aktivitäten einbeziehen. 

Zehn ERC Starting Grants im Themenfeld Krebs gehen nach Deutschland

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC fördert themenoffene Forschungsarbeiten exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im September 2026 hat der ERC die Ergebnisse der diesjährigen Starting-Grant-Ausschreibung bekanntgegeben. Nur 8,8 Prozent der insgesamt eingereichten 4807 Anträge wurden zur Förderung ausgewählt, davon 89 aus Deutschland. 

Zehn der 89 ausgewählten Anträge aus Deutschland sind im Themenfeld Krebs angesiedelt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) kann dabei gleich einen dreifachen Erfolg verbuchen: Eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler haben jeweils einen der begehrten Grants erhalten, um zu untersuchen, warum bestimmte Hirntumoren bei Jungen häufiger auftreten als bei Mädchen, wie Hirntumoren die Immunabwehr ausbremsen und welche epigenetischen Eigenschaften Krebszellen resistent gegen Medikamente machen.

Weitere Starting Grants gingen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Deutschen Diabetes Forschungsgesellschaft e. V., der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität, der Universität zu Köln sowie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

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