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Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) e.V.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft engagiert sich in der Sektion „Ophthalmologische Onkologie“ für die Erforschung seltener Augentumoren, die Weiterentwicklung personalisierter Therapien, die interdisziplinäre Vernetzung und die Stärkung von Betroffenen.

Augenkrebs: Selten, aber in jedem Alter möglich

Augenkrebs zählt zu den seltenen Krebsarten. Dabei kann die Erkrankung Menschen jeden Alters betreffen, vom Kleinkind bis zum Senior. Bei Erwachsenen ist das Aderhautmelanom die häufigste Art des primären interokularen Augentumors. Er entsteht in einer Schicht im hinteren Teil des Auges, die für die Nährstoffversorgung wichtig ist. 
Kinder sind vor allem vom Retinoblastom betroffen, das meist vor dem fünften Lebensjahr auftritt. Typische Anzeichen sind ein weißlicher Glanz im Auge, Schielen oder eine verschlechterte Sehkraft.

Der Krankheitsverlauf hängt stark vom Stadium ab: Wird der Tumor frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen auch bei bösartigen Entartungen besser. Bei später Diagnose steigt das Risiko, dass sich Krebszellen im Körper ausbreiten.

DOG setzt auf Früherkennung und Aufklärung

Augentumoren können gutartig oder bösartig sein. Zu den Risikofaktoren können genetische Veranlagungen, intensive UV-Strahlung und Kontakt mit bestimmten Chemikalien zählen. Auch HPV-Infektionen und eine geschwächte Immunabwehr, etwa nach Organtransplantation, erhöhen das Erkrankungsrisiko. Die Behandlung richtet sich nach Tumorart, Größe, Stadium und Lage und verfolgt das Ziel, das Tumorwachstum zu stoppen und das Sehvermögen möglichst zu erhalten.

In den vergangenen Jahren ist ein deutlicher Anstieg von Augenkrebserkrankungen zu beobachten. Hauptursache bei Tumoren der Lider und der Augenoberfläche ist die zunehmende UV-Belastung durch verändertes Freizeitverhalten, häufigere Reisen in sonnenreiche Regionen, eine höhere Lebenserwartung sowie die Nutzung von Solarien. Die Sektion Ophthalmologische Onkologie in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und setzt sich für Prävention, Früherkennung und Aufklärung ein.

Seit 1857 stark für Augenheilkunde

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wurde 1857 gegründet, um Forschung, Lehre und Patientenversorgung in der Augenheilkunde nachhaltig zu fördern. Heute vereint sie mehr als 8.000 Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der Erforschung, Diagnostik und Behandlung von Augenerkrankungen widmen. Die DOG fördert Forschung, Wissenstransfer und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, entwickelt Standards zur Verbesserung der Patientenversorgung und dient als Vernetzungsplattform. 

Sektion Ophthalmologische Onkologie: Augenkrebs im Fokus 

Ein besonderer Schwerpunkt der DOG liegt auf Augenkrebs. Die im Herbst 2022 gegründete Sektion Ophthalmologische Onkologie der DOG bündelt die Aktivitäten zur Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen des Augeninneren, seiner Umgebung und der Augenhöhle. Sie fördert wissenschaftliche Erkenntnisse, bietet Fort- und Weiterbildungen an und entwickelt moderne Behandlungsstrategien.

Die Sektion arbeitet eng mit anderen nationalen und internationalen Fachgesellschaften zusammen. Sie engagiert sich in der Entwicklung von Leitlinien, der Einrichtung von Tumorregistern und in der Durchführung wissenschaftlicher Studien. Interdisziplinäre Kooperationen und regelmäßige Symposien stärken den fachlichen Austausch und tragen dazu bei, die personalisierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Augenkrebs stetig zu verbessern. Weiterhin besteht ein enger Kontakt zu Patientenselbsthilfegruppen.

Weitere Informationen zum Unterstützer

Wer mehr über den Unterstützer erfahren möchte, kann sich auf der Webseite informieren. Außerdem ist die DOG auf LinkedIn und Facebook vertreten.

Drei Fragen an Prof. Dr. med. Vinodh Kakkassery, Stellvertretender Sprecher der Sektion „Ophthalmologische Onkologie“ in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Die DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie bündelt die Expertise im Bereich Augentumoren. Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ein besonders prägnantes Projekt der noch jungen DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie war die Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten sowie Selbsthilfegruppen in einer strukturierten Online-Q&A-Sitzung. Dieses Format war nicht nur fachlich, sondern auch gesundheitspolitisch von hoher Bedeutung.
Ziel war es, den direkten Dialog zwischen Fachleuten und Betroffenen zu ermöglichen, Wissen niedrigschwellig und verständlich zu vermitteln und die Patientenperspektiven aktiv in die Weiterentwicklung der Versorgung einzubinden.
Gerade in der onkologischen Augenheilkunde, wo es um seltene Tumorerkrankungen, komplexe Behandlungsentscheidungen und oft lebensverändernde Diagnosen geht, sind Transparenz, Teilhabe und Kommunikation auf Augenhöhe von zentraler Bedeutung. Die Online-Q&A-Sitzung hat gezeigt, dass medizinisch-wissenschaftliche Expertise und patientennahe Versorgung kein Widerspruch, sondern ein starkes Bündnis sein können.

Warum beteiligt sich die DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie an der Nationalen Dekade gegen Krebs (NDK)? Welche Chancen sieht sie in der Dekade?

Wir engagieren uns, weil die NDK die zentralen Ziele unserer Initiative – bessere Prävention, Diagnostik, Versorgung und Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten – voll und ganz teilt.
Die NDK bietet die Möglichkeit, die ophthalmologische Onkologie stärker in die nationale Krebsstrategie einzubinden. Gerade bei seltenen Augentumoren ist eine enge Vernetzung mit onkologischen Zentren, Pathologie, Strahlentherapie und translationaler Forschung essenziell. 
Durch die Beteiligung erhofft wir uns wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Augentumortherapie, darunter ein beschleunigter und strukturierter Transfer innovativer diagnostischer und therapeutischer Ansätze aus universitären Zentren in die Regelversorgung. Zugleich erhöht die NDK die Sichtbarkeit der ophthalmologischen Onkologie innerhalb der onkologischen Gesamtlandschaft und positioniert sie als festen Bestandteil der Krebsmedizin mit eigenen Bedarfen, Beiträgen und Versorgungsmodellen.
Darüber hinaus schafft Dekade bessere Voraussetzungen, um Fördermittel gezielter zu bündeln und Nachwuchsprogramme in der Krebsforschung zu stärken. Für uns bedeutet das: bessere Rahmenbedingungen, um junge Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende für den Bereich der Augentumoren zu gewinnen und sie klinisch-translational auszubilden. Schließlich stärkt die NDK die Partizipation von Patientinnen, Patienten und Selbsthilfegruppen und ermöglicht uns, die Perspektive der Betroffenen stärker in Forschung, Versorgung und Leitlinien einzubringen.

In welchen Bereichen der Krebsforschung sieht die DOG aktuell den größten Handlungsbedarf?

Die Krebsforschung ist für die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) strategisch wie klinisch unverzichtbar. Sie schafft Wissensgrundlagen, fördert Awareness, ermöglicht durch Register präzisere Versorgung, stärkt die Partizipation der Patientinnen und Patienten und verbessert durch bessere Kenntnis von Nebenwirkungen die Lebensqualität der Betroffenen. Damit leistet sie einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der ophthalmologischen Onkologie in Deutschland.
Wir sehen aktuell mehrere zentrale Handlungsfelder, die die augenonkologische Versorgung der Zukunft prägen werden. Dazu gehören Leitlinien für die Behandlung von Augentumoren, ein besseres Verständnis und die Prävention von Nebenwirkungen sowie die Entwicklung innovativer bildgebender Verfahren und minimalinvasiver, personalisierter Therapien. Und nicht zuletzt: die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten in Forschung und klinische Entscheidungen. Ihre Perspektiven liefern wertvolle Impulse für realitätsnahe Versorgung und patientenzentrierte Forschung.

Prof. Dr. med. Kakkasserys Rat an Betroffene:

„Wir empfehlen Betroffenen, frühzeitig ein spezialisiertes Expertenzentrum aufzusuchen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen und Ärztinnen und Ärzte zu wählen, denen sie vertrauen. Diese Schritte können entscheidend dazu beitragen, den Weg mit einer Augenkrebserkrankung gut informiert und gestärkt zu gehen.“

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