Weltkrebstag 2026: Deutschland macht Krebsmedizin persönlicher denn je
Krebsforschung in Deutschland ist so dynamisch und patientennah wie selten zuvor. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) schafft mit seiner Hightech Agenda Deutschland und der Nationalen Dekade gegen Krebs (NDK) einen fruchtbaren Boden dafür. Zum Weltkrebstag zeigt sich: Auch im siebten Jahr der Dekade entstehen wegweisende Projekte, die Krebsforschung immer individueller und Behandlungen maßgeschneidert machen – von der Vorsorge über die Therapie bis zum Leben nach Krebs.
Alter und Krebs im Fokus: Ein wichtiger Impuls
Deutschland wird älter und mit dem Alter steigt auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Die laufende Förderbekanntmachung "Alter und Krebs" des BMFTR setzt hier einen wichtigen strategischen Akzent. Wie verringern wir die Anzahl der Krebserkrankungen im hohen Alter? Wie gelingt es, älteren Menschen eine wirksame, aber zugleich schonende Behandlung zu ermöglichen? Wie lässt sich Lebensqualität auch bei komplexen Vorerkrankungen erhalten?
Die NDK schafft mit der Förderung die Grundlage, um genau diese Fragen zu beantworten. Forschende entwickeln innovative Ansätze, die die komplexe Beziehung zwischen Alterungsprozessen und Krebserkrankungen entschlüsseln und die Versorgung älterer Menschen verbessern. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer Krebsmedizin, die die individuelle Lebenssituation der Patientinnen und Patienten berücksichtigt.
Langfristige Begleitung von Überlebenden
Die Zahl der Langzeitüberlebenden steigt und damit aber auch der Bedarf an guter Nachsorge und langfristiger Begleitung. Zwei neue Förderlinien der Dekade, aus denen einige Projekte bereits zum 1. Februar 2026 starten, greifen diesen Bedarf auf.
In der Fördermaßnahme „Survivorship“ geht es darum, das Leben mit und nach Krebs besser zu machen und Langzeit- und Spätfolgen gezielt zu adressieren. Mit der Förderrichtlinie „Innovative Technologien für die kardio-onkologische Nachsorge“ sollen neue digitale Technologien entwickelt werden, die Menschen nach einer Krebsbehandlung helfen, Herz‑Kreislauf‑Folgeschäden früh zu erkennen und ihre Nachsorge besser zu bewältigen. Dadurch sollen sie im Alltag entlastet und ihre Lebensqualität verbessert werden.
Praxisnahe Forschung am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Zum Weltkrebstag besucht der Parlamentarische Staatssekretär und Vorsitzende des NDK-Strategiekreises Matthias Hauer das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) West und überreicht dabei zwei Förderbescheide, die exemplarisch zeigen, wie Forschung direkt den Menschen zugutekommt:
- Mit I‑CHECK‑HEART wird ein innovatives, digitalmedizinisches Vorhaben unterstützt, das anhand von KI‑gestützten App‑Lösungen und Sensordaten Herzrisiken nach Krebsbehandlungen frühzeitig erkennen soll.
- Ebenfalls gefördert wird der Forschungsverbund BALANCE‑ET, der die molekularen Ursachen von Langzeit- und Spätfolgen der hormonellen Brustkrebstherapie untersucht. Durch das Projekt sollen Rückfälle besser vorhergesagt werden können und die Lebensqualität von Brustkrebsüberlebenden durch individuell angepasste Therapien nachhaltig verbessert werden.
Hauer hob bei der Übergabe hervor, wie entscheidend die Perspektive der Betroffenen für richtungsweisende Forschung ist: „Aktuell leben circa fünf Millionen Menschen in Deutschland, die irgendwann einmal die Diagnose Krebs bekommen haben. Sie sind Expertinnen und Experten für ihre Erkrankung. Umso wichtiger ist es, dass ihre Stimme gehört wird, und ihre Expertise einfließt in die Krebsforschung. So werden die Forschungsergebnisse noch relevanter für die Betroffenen.“
Durch den Ausbau des NCT an vier neuen Standorten wird die enge Verzahnung von Klinik und Forschung weiter gestärkt. Betroffene erhalten dort frühzeitig Zugang zu innovativen Therapien im Rahmen klinischer Studien, profitieren von modernsten wissenschaftlichen Standards und tragen gleichzeitig zum Erkenntnisgewinn für zukünftige Generationen bei. Dieser Ausbau unterstützt zudem das Ziel der Hightech Agenda Deutschland, unser Land als führenden Studienstandort zu etablieren.
Eine Erfolgsgeschichte in Bewegung
Der Weltkrebstag ist ein Tag der Aufmerksamkeit für Betroffene, Angehörige und die vielen Menschen, die in Forschung, Versorgung und Selbsthilfe engagiert sind. Aus Sicht der NDK ist er auch ein Anlass, nach vorne zu schauen. Auch im siebten Jahr zeigt sich, dass die NDK eine Erfolgsgeschichte in Bewegung ist. Mit der Unterstützung der Bundesforschungsministerin schreibt sie ein weiteres Kapitel mit neuem Rückenwind.
Krebsforschung in Deutschland orientiert sich konsequent am Menschen – individuell, innovativ und stets darauf ausgerichtet, das Leben jedes Einzelnen zu verbessern.