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Neue Förderrichtlinie „Geschlechtersensible Krebsforschung“

Das biologische Geschlecht und damit verbundene soziokulturelle Aspekte können beeinflussen, wie Krebs entsteht, verläuft und behandelt wird. Trotzdem berücksichtigen viele Studien und Therapiekonzepte diese Unterschiede noch zu wenig. Die neue Förderrichtlinie „Geschlechtersensible Krebsforschung“ will das ändern und richtet den Blick konsequent auf den Nutzen für Patientinnen und Patienten.

Warum wir geschlechtersensible Krebsforschung brauchen

Zahlreiche Daten belegen, dass das biologische und soziokulturelle Geschlecht Krebsrisiken, Krankheitsverläufe und den Erfolg von Therapien beeinflussen. Bei vielen Tumorarten erkranken und sterben mehr Männer an Krebs als Frauen. Das kann unter anderem an unterschiedlichem Gesundheitsverhalten und Nutzung von Präventionsangeboten, aber auch an zugrundeliegenden biologischen Faktoren liegen.

Zugleich zeigen Studien, dass Frauen häufiger und teils stärker unter Nebenwirkungen bestimmter Krebsmedikamente leiden und oft schlechter auf etablierte und neue Therapien ansprechen. Auch Präventionsprogramme, Diagnostik und Behandlungsangebote wirken bei Männern und Frauen nicht immer gleich gut. Hinzu kommen Alter, Hormonstatus, soziokultureller Hintergrund, Lebensumstände und gesellschaftliche Rollenbilder, die sich auf Vorsorge, Behandlung und Leben mit und nach einer Krebserkrankung auswirken. Auch andere Diversitätsaspekte wie kultureller Hintergrund beeinflussen, wie Menschen Gesundheitsangebote nutzen und welche Versorgung sie erhalten.

Ziele der Fördermaßnahme

Die Förderrichtlinie unterstützt Forschungsprojekte, die geschlechtersensible Aspekte systematisch in die Krebsforschung integrieren. Sie soll die wissenschaftliche Basis der Präzisionsonkologie weiter ausbauen und die Versorgung von Menschen mit Krebs verbessern. Die Vorhaben sollen dabei nach anerkannten internationalen Standards arbeiten und hohe methodische Qualität sichern.

Im Fokus stehen insbesondere:

  • Biologische Grundlagen: Forschende sollen mit modernen, qualitätsgesicherten Methoden
    molekulare Mechanismen entschlüsseln, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Entstehung und
    Verlauf von Krebserkrankungen erklären.
  • Prävention, Therapie und Lebensqualität: Projekte können untersuchen, wie das biologische
    und/oder soziokulturelle Geschlecht – im Zusammenspiel mit weiteren Diversitätsaspekten – Präventionsverhalten, Diagnostik, Therapieansprechen, Nebenwirkungen, Studienteilnahme und Lebensqualität beeinflussen.

Auf dieser Grundlage sollen neue Ansätze entstehen, die sich in Klinik und Versorgung anwenden lassen.

Wer kann sich bewerben?

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen interdisziplinäre Verbünde in der medizinischen Onkologie.

Die Vorhaben sollen innerhalb von zwei Jahren vorhandene Expertisen bündeln, eine klar umrissene Herausforderung in der geschlechtersensiblen Krebsforschung bearbeiten und Strukturen für langfristige Zusammenarbeit und Karrierewege in diesem Feld stärken. Wichtig ist, dass sie auf vorhandenen Daten, Kohorten, Registern und Bioproben aufbauen und einen erkennbaren Weg in Richtung klinischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Anwendung eröffnen.

Eine zentrale Rolle spielt die Beteiligung von Patientinnen und Patienten. Ihre Perspektive soll in relevanten Phasen der Projekte einfließen – von der Formulierung der Forschungsfragen über die Umsetzung bis zur Auswertung und Kommunikation der Ergebnisse. Ergänzend können weitere Akteurinnen und Akteure aus Gesundheitswesen, Wissenschaft und Industrie eingebunden werden, um Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Lösungen zu überführen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Geschlechtersensible Krebsforschung schließt eine wichtige Lücke auf dem Weg zu einer präzisen, patientenorientierten Onkologie.

Informationen zu Fristen, Antragsunterlagen und formalen Anforderungen finden Interessierte in der vollständigen Förderrichtlinie und im zugehörigen Leitfaden.

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