PEAK startet in eine neue Phase am NCT
Die Patienten-Experten Akademie PEAK wird seit Jahresbeginn 2025 unter dem Dach des NCT geführt und gewinnt damit unter der nun aktiven Leitung von Ulrike Schmollinger an Bedeutung als zentrale Plattform für Patientenbeteiligung in der Krebsforschung.
Mit der Erweiterung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) von zwei auf sechs Standorte hat die Nationale Dekade gegen Krebs 2021 nicht nur ein Meilenstein in der onkologischen Spitzenforschung gesetzt. Der Ausbau war auch die Geburtsstunde eines deutschlandweit einzigartigen Projekts: Der Patienten-Experten Akademie für Tumorerkrankungen, kurz PEAK. Jetzt folgt ein weiterer bedeutsamer Schritt.
Die Akademie wird nun als fester Bestandteil unter dem Dach des NCT geführt. Das ist weit mehr als eine organisatorische Veränderung – es ist ein Signal dafür, dass die Beteiligung von Patientinnen und Patienten in der Krebsforschung nicht nur erwünscht, sondern strategisch verankert und aktiv gefördert wird. Daneben gab es zugleich auch personelle Veränderungen: Markus Wartenberg, Vorstand der Deutschen Sarkom-Stiftung und Sprecher des NCT Patientenforschungsrats, die Leitung von PEAK an Ulrike Schmollinger übergeben. Sein Engagement beim Aufbau und der Etablierung von PEAK verdient große Anerkennung und Dank.
Mehr als Mitsprache: Die Geburtsstunde von PEAK
Die Idee hinter PEAK ist so einfach wie folgerichtig: Wer klinische Forschung im Sinne der Patientinnen und Patienten verbessern will, muss sie aktiv einbeziehen, nicht als symbolische Stimmen am Rande, sondern als mitgestaltende Akteure auf Augenhöhe und in allen Phasen. Damit dies gelingt, brauchen diese jedoch mehr als nur die Einladung zum Mitreden. Sie brauchen Wissen, Kompetenzen, Netzwerke – kurz: eine qualifizierte Vorbereitung auf die Rolle als Mitwirkende in der Krebsforschung. Genau hier setzt PEAK an.
Die Wurzeln der Akademie reichen zurück ins Jahr 2020. Damals wurde im Patientenbeirat des Westdeutschen Tumorzentrums in Essen die Idee geboren, eine strukturierte Weiterbildung für die Patientenvertretung aufzubauen. Rasch wurde klar, dass es sich dabei nicht um ein regionales Projekt handeln sollte, sondern um eine bundesweite Akademie mit langfristiger Perspektive. Patientinnen und Patienten, ärztliches Fachpersonal und Forschende brachten das Projekt gemeinsam auf den Weg – ein frühes Beispiel für den partizipativen Ansatz, den PEAK bis heute prägt.
„Der erste PEAK Kurs startete Mitte 2021 als Pilotveranstaltung in Form eines 20-stündigen Online-Basiskurses. Rund 40 Mitglieder aus Patientenvertretungen nahmen über mehrere Wochen hinweg an den regelmäßigen Fortbildungseinheiten teil. Die Inhalte wurden strukturiert aufbereitet und durch Fragerunden begleitet, um den Zugang zu komplexeren Themen zu erleichtern“, berichtet Markus Wartenberg, Sprecher des NCT Patientenforschungsrats. Aus dieser frühen Phase entwickelte sich PEAK weiter zu einem überregionalen Schulungsprogramm mit wachsendem Kursangebot, steigenden Teilnehmerzahlen und einem zunehmenden Netzwerk an Kooperationspartnern.
Mehr Professionalisierung, weitere Angebote: Die Zukunft von PEAK
Heute steht PEAK an einem neuen Ausgangspunkt. Die Eingliederung in die NCT Geschäftsstelle und die enge Vernetzung mit allen sechs NCT Standorten markiert den Beginn einer neuen Phase. Ulrike Schmollinger beschreibt ihre Vision dabei so: „Ziel ist es, die Perspektiven von Patientinnen und Patienten systematisch in die Entwicklung und Durchführung klinischer Studien einzubinden. Dazu sollen die bestehenden Bildungsangebote nicht nur weiterentwickelt, sondern auch stärker professionalisiert und zugänglicher gestaltet werden – sowohl inhaltlich als auch strukturell.“
Aktuell gibt es bereits mehrere Kursformate, die sich großer Nachfrage erfreuen. Viele dieser Angebote bieten neben der Wissensvermittlung Raum für vertiefenden Austausch und greifen aktuelle Entwicklungen auf. Außerdem werden Seminare aufgezeichnet und über die digitale Plattform der PEAK Lernwelt jederzeit zugänglich gemacht. Das „PEAK Café“ bietet zudem einen geschützten Raum für Diskussionen, Ideenaustausch und neue Projektansätze. „Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen uns, dass ein intensiverer Austausch in einem geschützten Raum sehr wichtig ist. PEAK entwickelt deshalb die Formate und Inhalte kontinuierlich weiter, um den Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht zu werden“, erklärt Schmollinger.
Der weitere Ausbau der PEAK Lernwelt ist bereits in vollem Gange. Demnächst starten die Zertifikatskurse sowie Aufbaumodule, und es entstehen themenspezifische Lernpfade. Zugleich plant PEAK, die Zusammenarbeit mit den Comprehensive Cancer Centers (CCC), der Deutschen Krebshilfe, Selbsthilfeorganisationen und weiteren Partnern der Krebsforschung weiter auszubauen. Auch ein internationaler Austausch ist angedacht, zunächst vor allem im deutschsprachigen Raum, perspektivisch aber auch darüber hinaus.
PEAK zeigt: In der Nationalen Dekade gegen Krebs wird der Kulturwandel hin zu einer systematischen Einbindung von Patientinnen und Patienten auf allen Ebenen der Forschung vorangetrieben.