Leipziger Stiftung für krebskranke Kinder

Die Leipziger Stiftung für krebskranke Kinder macht sich dafür stark, dass mehr Kinder und Jugendliche ihre Krebserkrankung überleben. Dafür fördert die Stiftung u.a. die Forschung in der Kinderonkologie sowie Psychoonkologie.

Frau und kleines Mädchen spielen auf dem Boden

Therapieformate sollten sich am Alter der jungen Patientinnen und Patienten orientieren.

 Feines Bild

Die Leipziger Stiftung für krebskranke Kinder wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, die Situation für krebskranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien in der Region Leipzig nachhaltig zu verbessern.

Im Fokus stehen vier Tätigkeitsfelder:

  1. Wissenschaft und Forschung:
    Heute können bereits ca. 80 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen überleben. Die Stiftung unterstützt die Forschung, damit alle jungen Krebserkrankten geheilt werden können.
  2. Psychoonkologische Forschung:
    Ziel ist die verbesserte psychosoziale Versorgung von Erkrankten und ihren Familien.
  3. Psychosoziale Begleitung:
    Es geht um die Begleitung während der Krankheit und über die Behandlung hinaus.
  4. Bildungsangebote für Fachkräfte:
    Fort- und Weiterbildung für Fachkräfte, um die bestmögliche Versorgung junger Krebspatientinnen und -patienten zu gewährleisten.
Halter mit Reagenzgläsern

Die Stiftung unterstützt u.a. den Forschungsschwerpunkt "Molekulare Onkologie" der Kinderonkologie des Leipziger Universitätsklinikums.

National Cancer Institute 

Die Stiftung setzt zum Erreichen ihrer Ziele auf die Förderung von Forschungsprojekten am Universitätsklinikum (UK) Leipzig, Kooperation mit dem Verein Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e.V. und auf die Förderung von Bildungsangeboten, z.B. in Form von Schulungen und Supervision.

Schwerpunkt Forschungsförderung

Insbesondere der Forschungsschwerpunkt "Molekulare Onkologie" in der selbstständigen Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie des UK Leipzig (Leitung Prof. Christiansen) wird von der Stiftung unterstützt.
Zentrale Fragen sind vor allem: Wie entstehen Krebszellen? Wieso wachsen und teilen sich Krebszellen trotz intensiver Therapie? Wie können neue Arzneimittel die Heilungsraten verbessern?

Ein weiterer Aspekt des Leipziger Schwerpunktes ist die Erforschung der Molekularbiologie des Neuroblastoms, des am häufigsten auftretenden soliden Tumors bei Kindern und Jugendlichen außerhalb des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind davon jährlich rund 150 Patientinnen und Patienten betroffen.

3 FRAGEN AN JAN KLEMM – VORSITZENDER DES STIFTUNGSVORSTANDES

1. Vor welchen besonderen Herausforderungen steht die Forschung im Bereich Kinderonkologie aus Ihrer Sicht?
Aufgrund der deutlich höheren Fallzahlen und besseren Aussichten auf wirtschaftlichen Erfolg wird ein Großteil der pharmakologischen Forschung Therapien von erwachsenen Patientinnen und Patienten gewidmet und nicht denen im Kindes- und Jugendalter. Gleichzeitig spricht diese Gruppe oftmals besser auf die Behandlung an, sodass gezieltere Therapien in vielen Fällen sehr wirksam sein könnten. Im Vergleich zu Krebs bei Erwachsenen verhält sich zudem die Erkrankung im Kindes- und Jugendalter häufig deutlich aggressiver, sodass andere, häufig intensivere Behandlungen notwendig sind.
Ein Schlüssel zur Heilung ist das bessere Verständnis der Erkrankung. Fortschritte in der medizinischen Forschung tragen stetig zu einer verbesserten Diagnose, Therapie und Prognose bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Krebs bei. Von den betroffenen Patientinnen und Patienten können heute rund 80 Prozent geheilt werden. Trotzdem sterben immer noch ca. 430 Kinder jährlich in Deutschland an Krebs. Diese Zahl sollte sich zukünftig deutlich verkleinern.

2. Welche Rolle spielt die psychoonkologische Betreuung von erkrankten Kindern und ihren Familien?
Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Krebs sowie ihre Familien ist es von großer Bedeutung, sich in der schwierigen Zeit der Behandlung, aber auch in der Zeit danach nicht alleingelassen zu fühlen. Es braucht dafür Menschen, die ihnen zur Seite stehen. Ein wichtiges Anliegen der Leipziger Stiftung für krebskranke Kinder ist daher die Begleitung von Familien mit einem an Krebs erkrankten Kind auf dem schweren Weg der Krankheitsbewältigung sowie ihrer Rückkehr in die Normalität. Aufbauend auf der psychoonkologischen Forschung fördern wir die psychosoziale Begleitung, Beratung und Betreuung von Familien mit einem an Krebs erkrankten Kind. Gerade in diesem Bereich gibt es nach wie vor große Versorgungslücken von Seiten der Kostenträger und Krankenkassen. Unser Ziel ist es, diese Lücke langfristig und nachhaltig zu schließen und dabei die staatlichen Versorgungsstrukturen mit in die Verantwortung zu nehmen.

3. Was hat Sie bzw. die Stiftung dazu bewogen, Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs (NDK) zu werden?
Eine gute psychosoziale Versorgung auf deutschen kinderonkologischen Stationen ist bis heute keine Selbstverständlichkeit, sondern abhängig von lokalen Elterninitiativen, die sich diesem Thema widmen. Daher unterstützen wir als Stiftung dieses Anliegen vor Ort in Leipzig und versprechen uns mit und über die NDK mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Leipziger Stiftung für krebskranke Kinder ist es, die Überlebenschancen jener jungen Patientinnen und Patienten zu verbessern, die mit derzeitigen Behandlungsmethoden noch nicht geheilt werden können. Um dieses Anliegen noch stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken und insbesondere die Forschungsanstrengungen im Kindes- und Jugendbereich zu fördern, unterstützen wir die NDK. Vielleicht können dann zukünftig alle jungen Krebspatientinnen und -patienten geheilt werden.

KONTAKT

Wer mit der Stiftung Kontakt aufnehmen möchte, kann dies per E-Mail oder Telefon (unter 0341 225 24 19) tun. Die Stiftung hat eine Website und ist auch auf Facebook zu finden.

Vorsitzender Stiftungsvorstand Jan Klemm über die Ziele der Stiftung

Ein paar Momente Alltag. Ein paar Momente Vergessen. Ein paar Momente Lachen. Das gibt Kraft und Mut für die Behandlung. Wir wollen alles tun, um das den erkrankten Kindern zu ermöglichen.