KREBSPRÄVENTION – Vorbeugung ist die beste Medizin

Vorbeugende Maßnahmen und Früherkennung sind eine wichtige Grundlage für ein Leben ohne Krebs. Durch eine gesunde Lebensweise und aktive Krebsvorsorge wie Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen kann das Risiko zu erkranken, gesenkt werden. 

Vorbeugende Maßnahmen und Früherkennung sind eine wichtige Grundlage für ein Leben ohne Krebs. In der Gesundheitspolitik kommt der Prävention eine zentrale Rolle zu. Ziel ist es, durch eine gesunde Lebensweise und Krebsvorsorge aktiv Erkrankungen zu vermeiden. Dazu zählen der Verzicht auf Tabak, die Reduzierung des Alkoholkonsums, mehr Bewegung und gesundes Essen genauso wie Impfungen und die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen. 

Public Health Image Library | James Gathany

Quelle: Public Health Image Library | James Gathany

Lässt sich das persönliche Risiko, an Krebs zu erkranken, durch den eigenen Lebensstil senken? Die Antwort lautet: Ja, aber nicht immer und nicht bei jedem. So können einige Krebserkrankungen, die durch Infektionen ausgelöst werden, durch Impfungen verhindert werden. Auch das Risiko für besonders häufig auftretende Krebsarten wie Haut-, Lungen-, Darm- und Brustkrebs kann durch eine gesunde Lebensweise verringert werden. Doch es gibt auch Krebsarten, bei denen ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung oder der Verzicht auf Nikotin nichts bewirken. Bei ihnen spielen zufällige Fehler bei der Zellteilung eine Rolle, die bei jedem Menschen und jederzeit auftreten können.

In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen an Krebs erkrankt. Zirka 500.000 Neuerkrankungen kommen geschätzt jedes Jahr hinzu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht allerdings davon aus, dass weltweit 30 bis 50 Prozent aller Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebenswandel vermieden werden könnten. Laut Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums kann diese Zahl sogar auf 70 Prozent erhöht werden, wenn zusätzliche Früherkennungsmaßnahmen durchgeführt werden. Deshalb fördert das BMBF auch medizinische und gesundheitswissenschaftliche Präventionsforschung nach der Devise „Vorbeugung ist die beste Medizin“. Auch die Deutsche Krebshilfe als größter privater Drittmittelgeber in Deutschland unterstützt die Erforschung neuer Früherkennungsverfahren.

Weltweit arbeiten Forscherinnen und Forscher daran, Krebs zu verhindern. Sie wissen schon enorm viel über Risiken aus der Umwelt, unserer Lebensweise und der Arbeitswelt. Die bahnbrechende Entdeckung von Prof. Harald zur Hausen, dass bestimmte Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können, wurde sogar mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Mehr als 100 Millionen Mädchen weltweit wurden seitdem gegen das Virus geimpft und so besser gegen Gebärmutterhalskrebs geschützt. Seit Juni 2018 ist in Deutschland die Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen empfohlen - zu ihrem eigenen Schutz vor den virusbedingten Erkrankungen und zum Schutz der künftigen Partnerinnen oder Partner.

Trotz der umfangreichen Erkenntnisse gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf. In der Nationalen Dekade gegen Krebs wird deshalb ein bedeutsamer Schwerpunkt auf die Prävention gelegt.

Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Hautschutz

Zur vorbeugenden Lebensweise gehört die Empfehlung, auf jeglichen Tabakkonsum zu verzichten. Dies gilt für herkömmliche Tabakzigaretten ebenso wie für E-Zigaretten und (E-)Shishas. Gleiches ist angezeigt beim Genuss von Alkohol: Wer den Konsum reduziert oder am besten völlig darauf verzichtet, verringert das Risiko, an Krebs zu erkranken. Zudem stärkt regelmäßige Bewegung die Gesundheit – schon 30 Minuten am Tag bringen etwas. Kleine Veränderungen im Alltag sind dabei hilfreich: Fahrrad statt Auto, Treppe statt Fahrstuhl. Auch die Ernährung kann die Gesundheit unterstützen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst anstelle kalorienreicher Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten. Ein weiterer zentraler Hinweis betrifft das Sinnesorgan Haut. Sonnenbrände sollten unbedingt vermieden werden. Denn Ultraviolette (UV)-Strahlung ist krebserzeugend. Das gilt sowohl für die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlung als auch für das in Solarien abgestrahlte UV-Licht.

Krebsinformationsdienst | Deutsches Krebsforschungszentrum

Quelle: Krebsinformationsdienst | Deutsches Krebsforschungszentrum

Gesundheitsprävention kann jeder und jede für sich im Alltag umsetzen.

Als Krebsvorsorge wird neben der Vorbeugung durch eine gesunde Lebensweise die Früherkennung von Krebserkrankungen oder ihren Vorstufen empfohlen. Früherkennungsuntersuchungen gibt es allerdings bislang nur für einige Tumorarten. Dazu zählen in Deutschland Tests auf Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs sowie Darmkrebs, welche ab einem bestimmten Alter von den Krankenkassen übernommen werden.

Dr. Christa Maar, Felix Burda Stiftung

„Krebs muss verhindert werden. Deshalb muss der Vorsorge, der Prävention, ein noch höherer Stellenwert zukommen. Es ist nicht zuletzt auch ökonomisch viel sinnvoller, wenn eine Krankheit erst gar nicht entsteht, bevor sie mit teuren Medikamenten behandelt wird. Die Felix Burda Stiftung hat schon viel öffentliche Aufmerksamkeit für die Darmkrebsvorsorge erreicht. Aber es bleibt immer noch genug zu tun: Ich bin davon überzeugt, dass in Zukunft die personenbezogene Krebsfrüherkennung eine große Rolle spielen wird. Dafür benötigen wir aber Datenmaterial und weitere Studien, zudem tragfähige Netzwerke.“