4. März ist internationaler HPV Awareness Day

Der HPV Awareness Day will auf Humane Papillomviren (HPV) als Auslöser bestimmter Krebsarten aufmerksam machen. Die HPV-Impfung schützt Männer wie Frauen und kann so der Entwicklung dieser Krebsarten vorbeugen – wird aber noch zu wenig genutzt.

Der Wissenschaftler Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erbrachte 1982 als erster den Nachweis, dass humane Papillomviren (HPV) Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind und erhielt dafür 2008 den Nobelpreis. Auf dieser Grundlage konnte 2006 erstmals eine Impfung gegen die krebsauslösenden Viren entwickelt werden. Die sogenannte HPV-Impfung wird seit 2007 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Mädchen empfohlen.

Impfung in den Oberarm einer Person beim Arzt

Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Jungen empfohlen. (Symbolbild)

Adobe Stock/terovesalainen

Inzwischen weiß man, dass die Viren auch Krebserkrankungen in Mund- und Rachenraum, im Darmausgang sowie im männlichen Genitalbereich auslösen. Gefährdet sind daher beide Geschlechter. Seit 2018 gilt die Impfempfehlung der STIKO deshalb für Mädchen und Jungen. Im besten Fall sollte im Alter von 9 bis 14 Jahren geimpft werden – noch vor dem ersten Sexualkontakt, über den die Erreger übertragen werden. Eine verpasste Immunisierung sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.

Impfbeteiligung in Deutschland noch ausbaubar

Das DKFZ, das auch Partner der Nationalen Dekade gegen Krebs ist, weist am heutigen HPV Awareness Day darauf hin: Für einen flächendeckenden Schutz aller (so genannte Herdenimmunität) sollten sich mehr Menschen gegen HPV impfen lassen. Eine Impfquote von 70 Prozent wäre hierfür notwendig – erreicht sind im Osten Deutschlands bei den 15-jährigen Mädchen rund 60 Prozent, in Bayern und Baden-Württemberg gerade mal 35 Prozent. Im Vergleich: Die skandinavischen Länder und Australien vermelden Impfquoten von 80 bis 90 Prozent. Tatsächlich belegen Studien, dass in Australien seit der Einführung des Impfprogramms deutlichen weniger Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert werden.

Immer noch erkranken alleine in Deutschland jährlich etwa 7.000 Menschen an HPV-bedingtem Krebs. Fast jeder Mensch infiziert sich irgendwann im Laufe seines Lebens mit den Viren – wobei die Infektion meist unerkannt verläuft und von selbst wieder abklingt. Doch die Infektion kann unbemerkt zu Zellveränderungen und zur Entwicklung von Krebsvorstufen führen. Diese können sich über viele Jahre (10 bis 30 Jahre) ohne Beschwerden zu verursachen zu einem bösartigen Tumor entwickeln, der dann zum Zeitpunkt seiner Entdeckung oft schon in umliegendes Gewebe eingebrochen ist.

Der beste Weg einer Krebsentwicklung entgegenzuwirken: Prävention
„Die HPV-Impfung ist das zentrale Element zum Schutz vor HPV-induzierten Tumoren“, betont Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Ko-Vorsitzender des Strategiekreises der Nationalen Dekade gegen Krebs. Prävention und Präventionsforschung ist ein Schwerpunkt der Nationalen Dekade gegen Krebs, mit dem sich die gleichnamige Arbeitsgruppe intensiv beschäftigt.

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