Vernetzung digital – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten

Das BMBF schreibt im Rahmen der Medizininformatik-Initiative ein neues Fördermodul „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ aus, um medizinische Daten aus der Patientenversorgung im stationären und ambulanten Bereich mit der Forschung zu verknüpfen.
 

Die Vernetzung von Forschung und Versorgung ist eines der Kernthemen der Nationalen Dekade gegen Krebs. Durch digitale Verknüpfung sollen Innovationen und Erkenntnisse aus der Forschung schneller zu den Patientinnen und Patienten kommen, „from bench to bedside“ (sinngemäß: vom Labor zum Krankenbett). Umgekehrt sollten Erkenntnisse von Ärztinnen und Ärzten aus der Behandlung auch in die Forschung einbezogen werden, um die Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren zu beschleunigen und zu verbessern.

Illustration: Daten der Versorgung werden digital erfasst und mit Forschungsdaten verbunden

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Datenaustausch zwischen der Wissenschaft und Einrichtungen der Krankenversorgung wie z.B. Krankenhäusern. Denn sowohl die Entscheidungen in der Versorgung von Patientinnen und Patienten als auch die medizinische Forschung basieren auf wissenschaftlichen Datensätzen. Und in beiden Bereichen werden täglich neue, wertvolle Daten produziert.

Diese müssen in geeigneter Weise erfasst und für alle Beteiligten nutzbar gemacht werden. Um die technischen und strukturellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Medizininformatik-Initiative (MII) mit rund 160 Millionen Euro. In der aktuellen Aufbau- und Vernetzungsphase der MII werden im ersten Schritt zunächst Daten aus Universitätskliniken und klinischer Forschung zusammengeführt und einer IT-gestützten Analyse zugänglich gemacht. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität.

Neben Universitätskliniken sind Arztpraxen und regionale Krankenhäuser weitere Sektoren, die zentral für die medizinische Versorgung vieler Patientinnen und Patienten sind. Um Daten, die hier entstehen, ebenfalls für die Gesundheitsforschung nutzbar zu machen, adressiert das BMBF daher im Rahmen der MII mit dem Fördermodul „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ auch medizinische Daten aus der Patientenversorgung im stationären und ambulanten Bereich. Mithilfe der Fördermaßnahme sollen konkrete Anwendungsfälle (Use Cases) pilothaft umgesetzt werden. Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs soll mindestens ein FortschrittsHub einen Beitrag zu den Zielen der Dekade leisten.

Als „Digitale FortschrittsHubs“ gefördert werden interdisziplinäre und sektorübergreifende Verbünde, in denen verschiedene Partner ­- beispielsweise Krankenhäuser, Arztpraxen und weitere Gesundheitseinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, insbesondere der IT-Branche oder Krankenkassen - an definierten Forschungsfragen und digitalen Versorgungsansätzen mit einem oder mehreren Datenintegrationszentren der Medizininformatik-Initiative zusammenarbeiten.

Die „Digitalen FortschrittsHubs“ werden wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Förderkonzepts Medizininformatik und die Etablierung von forschungskompatiblen elektronischen Patientenakten in Deutschland erbringen.


Der Förderzeitraum für die „Digitalen FortschrittHubs Gesundheit“ beträgt bis zu vier Jahre. Die Bewerbungsfrist endet am 28.7.2020.

WEITERE INFORMATIONEN

- Zur Förderrichtlinie „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ (BMBF)

- Konkrete Anwendungsfälle (Use Cases) der Konsortien der Medizininformatik-Initiative (Medizininformatik-Initiative)

- Bedeutung von Daten in der medizinischen Versorgung (Krebsinformationsdienst, DKFZ)

- Warum Daten in der Medizin so wichtig sind - Was ist evidenzbasierte Medizin? (IQWIG)