Europa: Gemeinsam gegen Krebs

In Europa erkranken jährlich rund 2,7 Millionen Menschen neu an Krebs; dabei sind die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, nicht in allen Ländern der Europäischen Union gleich hoch. 

Es gibt deshalb verschiedene Programme und Initiativen auch auf europäischer Ebene, um einerseits die Krebsforschung zu stärken und andererseits die Krebsversorgung zu verbessern. Die wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor.

Europäische Forschung gegen Krebs

Flagge der Europäischen Union

Horizont 2020 ist das aktuelle EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation.

Europäische Union

Horizont 2020

Horizont 2020 ist das aktuelle EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation. Über die Laufzeit von sieben Jahren (2014–2020) stehen rund 80 Milliarden Euro für europäische Forschungsprojekte zur Verfügung. Ziel des Programms ist es, mit länder- und disziplinübergreifender Forschung einen „europäischen Mehrwert“ in der Forschung zu schaffen. Für Krebsforschung wurden im Rahmen von Horizont 2020 rund 1,5 Milliarden Euro Fördermittel für insgesamt 1.122 Projekte ausgegeben, die Krebs adressieren.

Weitere Informationen zu Horizont 2020 finden Sie unter https://www.horizont2020.de.

TRANSCAN

Das TRANSCAN-Netzwerk setzt sich aus 31 Partnern aus 19 Ländern zusammen.

Das TRANSCAN-Netzwerk setzt sich aus 31 Partnern aus 19 europäischen Ländern zusammen. 

TRANSCAN

Mit Mitteln aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm ko-finanziert wird das europäische Forschungsnetzwerk TRANSCAN. TRANSCAN steht für Translational Cancer Research, also translationale Krebsforschung.

Das TRANSCAN-Netzwerk setzt sich aus 31 Partnern aus 19 Ländern zusammen. Ziel von TRANSCAN ist es, nationale und regionale Programme für die Forschung auf dem Gebiet der translationalen Krebsforschung zu koordinieren und Krebsforschungsprogramme nationenübergreifend zu stärken. Auch die Förderung eines grenzübergreifenden Kooperationsansatzes zwischen wissenschaftlichen Teams, die Vermeidung von Doppelarbeit und eine effizientere Nutzung der verfügbaren Ressourcen sind zentrale Anliegen des Netzwerks. Denn nur mit koordinierten Anstrengungen wird es gelingen, Krebserkrankungen früher zu erkennen und besser zu behandeln, um die Häufigkeit und die Sterblichkeit von Krebserkrankungen zu verringern und die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten in ganz Europa zu verbessern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist seit Beginn Partner im TRANSCAN-Netzwerk. Im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wird das BMBF seinen finanziellen Beitrag zu TRANSCAN noch einmal um zwei Millionen Euro erhöhen.

Nähere Informationen zu TRANSCAN gibt es hier: https://www.transcanfp7.eu/

Horizont Europa

Unter dem neuen EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa, das Horizont 2020 Anfang 2021 ablösen wird, wird die Krebsforschung auf europäischer Ebene noch einmal an Bedeutung gewinnen. Horizont Europa definiert erstmals fünf sogenannte Missionen: thematische Schwerpunkte, auf die sich die europäische Forschungsförderung in den kommenden sieben Jahren (2021–2027) fokussieren wird. Einer dieser Schwerpunkte wird die europäische Krebsmission sein. Unter dem Titel „Conquering Cancer: Mission possible“ wird hier die europäische Krebsforschung gestaltet und gebündelt. An der Ausgestaltung der Krebsmission war auch ein hochrangiges, multidisziplinäres Expertengremium beteiligt. Dieses sogenannte Mission Board hat im Juni einen Zwischenbericht mit Empfehlungen vorgelegt, die im Anschluss im Rahmen eines europaweiten Online-Dialogs mit der breiten Öffentlichkeit diskutiert wurden. Im September hat das Mission Board seinen finalen Bericht mit 13 Empfehlungen zur Krebsbekämpfung an die Europäische Kommission übergeben. 

Die 13 Empfehlungen für die Krebsmission von Horizont Europa

1. UNCAN.eu - eine europäische Initiative zum Verständnis von Krebs

2. Entwicklung eines EU-weiten Forschungsprogramms zur Ermittlung von (Poly-)Gen-Risiko-Scores

3. Unterstützung der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Strategien und Politiken zur Krebsprävention in den Mitgliedstaaten und der EU

4. Optimierung bestehender Früherkennungsprogramme und Entwicklung neuer Ansätze zur Früherkennung

5. Förderung und Umsetzung personalisierter medizinischer Ansätze für alle Krebspatienten in Europa

6. Entwicklung eines EU-weiten Forschungsprogramms zu frühdiagnostischen und minimalinvasiven Behandlungstechnologien

7. Entwicklung eines EU-weiten Forschungsprogramms und politischer Unterstützung zur Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten und Überlebenden, Familienmitgliedern und Pflegern sowie allen Personen mit erhöhtem Krebsrisiko

8. Schaffung eines europäischen digitalen Zentrums für Krebspatienten, in dem Krebspatienten und Überlebende ihre Daten für eine personalisierte Betreuung hinterlegen und austauschen können

9. Verwirklichung der gesundheitlichen Chancengleichheit bei Krebs in der EU über das gesamte Krankheitskontinuum

10. Aufbau eines Netzes umfassender Krebsinfrastrukturen in und über alle EU-Mitgliedstaaten hinweg, um die Qualität von Forschung und Versorgung zu verbessern

11. Kinderkrebs und Krebserkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: mehr heilen und besser heilen

12. Beschleunigung der Innovation und Implementierung neuer Technologien und Etablierung von auf die Onkologie fokussierten Living Labs, um Krebs zu besiegen

13. Krebskultur, Kommunikation und Kapazitätsaufbau verändern

Den Bericht des Mission Boards mit den Empfehlungen zur Krebsmission finden Sie hier: https://ec.europa.eu/info/publications/conquering-cancer-mission-possible_en


Krebsversorgung in Europa verbessern

Der Europäische Plan zur Krebsbekämpfung soll Ende 2020 verabschiedet werden.

Der Europäische Plan zur Krebsbekämpfung soll Ende 2020 verabschiedet werden.

Europäische Kommission

Europe’s Beating Cancer Plan

Neben der Stärkung der europäischen Krebsforschung im Rahmen von Horizont Europa hat die Europäische Kommission zudem einen Europäischen Plan zur Krebsbekämpfung angekündigt. Ziel des „Europe’s Beating Cancer Plan“ ist es, die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung von Prävention und Früherkennung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu unterstützen und deren Maßnahmen wo immer sinnvoll zu ergänzen, um so die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern. Der Europäische Plan zur Krebsbekämpfung ergänzt die Krebsmission und ist eng mit ihr verknüpft; sein Fokus liegt aber auf der Krebsversorgung. Der Plan soll im Dezember 2020 verabschiedet werden.

iPAAC

iPAAC ist ein Zusammenschluss von 44 Partnern aus 24 europäischen Ländern.

iPAAC ist ein Zusammenschluss von 44 Partnern aus 24 europäischen Ländern.

iPAAC

Bereits seit 2018 und noch bis 2021 gibt es die „Innovative Partnership for Action Against Cancer (iPAAC)“. iPAAC wird ko-finanziert aus dem dritten Gesundheitsprogramm der EU und ist ein Zusammenschluss von 44 Partnern aus 24 europäischen Ländern; koordiniert wird iPAAC vom Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit Sloweniens. Ziel ist es, die Krebsversorgung in der EU durch die Entwicklung gemeinsamer innovativer Ansätze im Hinblick auf die Krebsprävention sowie die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen und den Aufbau von Krebsinformationen und -registern zu verbessern. Dazu ermöglicht iPAAC einen intensiven Austausch zwischen den Partnern, aber auch Pilotstudien, Expertenpanels und Arbeitsgruppen.

Weitere Informationen zu iPAAC finden Sie unter 
https://www.ipaac.eu/en/about/

Auch im Europäischen Parlament gibt es Initiativen zur Krebsbekämpfung.

Rund 140 Abgeordnete des Europaparlaments engagieren sich bei MEPs against Cancer.

Rund 140 Abgeordnete des Europaparlaments engagieren sich bei MEPs against Cancer.

MEPs against Cancer

MEPs against Cancer

In der Initiative MEPs against Cancer haben sich rund 140 Abgeordnete des Europäischen Parlaments zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Krebsbekämpfung und -prävention in Europa zu verbessern. Zu diesem Zweck setzen sie sich im Europäischen Parlament dafür ein, dass Maßnahmen gegen Krebs eine Priorität der EU werden und die europäische Gesundheitspolitik einen nachhaltigen Beitrag zur Krebsbekämpfung leistet.

Die Roadmap der Initiative finden Sie hier: https://www.europeancancerleagues.org/wp-content/uploads/MAC-2019-24-Roadmap_final.pdf

Sonderausschuss „Krebsbekämpfung“

Zudem gibt es seit dem 16. Juni 2020 einen Sonderausschuss „Krebsbekämpfung“ im Europaparlament. Zu seinen Aufgaben gehören die Bewertung von Handlungsmöglichkeiten auf EU-Ebene, die Ermittlung von Rechtsvorschriften und anderen Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krebs sowie die Prüfung, wie die Forschung am besten unterstützt werden kann.

Weitere Informationen zum Sonderausschuss Krebsbekämpfung finden Sie unter https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20200615IPR81228/neue-sonderausschusse-fur-krebs-ki-desinformation-steuerfragen.