AG „Vernetzung“ tagt zu Daten und Digitalisierung

Bei der zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe „Wissen generieren durch Vernetzung von Forschung und Versorgung“ der Nationalen Dekade gegen Krebs standen die Digitalisierung und die Datennutzung in der Medizin im Mittelpunkt.

Zu Beginn des Treffens diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Jana Holland, Referatsleiterin im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die Chancen des vom BMG initiierten Entwurf eines Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) für die Vernetzung von Forschung und Versorgung. Der Entwurf enthält eine Reihe von Maßnahmen, die die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben sollen. So sollen telemedizinische Angebote wie die Online-Sprechstunde ausgeweitet werden und Gesundheits-Apps vom Arzt beziehungsweise der Ärztin auf Rezept verschrieben werden können. Zudem zielt das DVG darauf ab, eine bessere Nutzbarkeit von Gesundheitsdaten für Forschungszwecke zu ermöglichen.

Forscher verwaltet Patientendaten

Medizinische Forschung braucht Patientendaten, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu verbessern.

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Welche Anforderungen diese Daten erfüllen müssen, um für die Forschung nutzbar zu sein, führte Frank Ückert, Universitätsprofessor für Medizinische Informatik am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, in seinem anschließenden Vortrag aus. Medizinische Forschung braucht Patientendaten, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Doch damit Daten ver- und auswertbar sind, müssen sie beispielsweise vergleichbar erhoben und erfasst werden. Problematisch ist auch, dass die Nutzung der Daten für Forschungszwecke auf Länderebene sehr unterschiedlich geregelt ist. Dadurch werden die Datenverarbeitung und auch die Weitergabe von Daten zwischen Bundesländern verkompliziert.

Ein weiterer Bestandteil des AG-Treffens war die Vorstellung und Diskussion des Entwurfs eines Konzeptpapiers „Wissen generieren durch Vernetzung von Forschung und Versorgung“ durch Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Leiter der AG, sowie Carsten Bokemeyer, Sprecher des Comprehensive Cancer Center-Netzwerkes. Das Papier bildet die Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen der AG sowie die Präzisierung der kurz-, mittel- und langfristigen Ziele der AG.

Den Entwurf des DVG, wie er am 10.7.2019 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, finden Sie hier.