AG „Große ungelöste Fragen der Krebsforschung“ im internationalen Dialog

Zu ihrer zweiten Sitzung hatte die Arbeitsgruppe „Große ungelöste Fragen der Krebsforschung“ der Nationalen Dekade gegen Krebs einen Experten aus Großbritannien zu Gast.

Was sind die großen ungelösten Fragen der Krebsforschung? Anhand welcher Kriterien entscheidet man, welcher dieser Fragen nachgegangen wird? Wie ermuntert man dazu, sich interdisziplinär zu Konsortien zusammenzuschließen, die in der Lage sind, Antworten auf diese Fragen zu geben oder Antworten zumindest näher zu kommen? Und wie sollten die Forscherinnen und Forscher unterstützt werden?

Die Arbeitsgruppe "Große ungelöste Fragen der Krebsforschung" bei ihrem Treffen im BMBF.

Die Arbeitsgruppe "Große ungelöste Fragen der Krebsforschung" bei ihrem Treffen im BMBF.

BMBF/Hans-Joachim Rickel

Um diese und ähnliche Fragen ging es in der zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe „Große ungelöste Fragen der Krebsforschung“ am 27.06.2019 in Berlin. Für einen Austausch hatten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Iain Foulkes von Cancer Research (UK), der weltweit größten unabhängigen, spendenfinanzierten Krebsforschungseinrichtung, eingeladen. Der geschäftsführende Direktor für den Bereich Forschung und Innovation berichtete von den Erfahrungen mit dem „Grand Challenges“-Programm von Cancer Research. Im Rahmen des Programms werden seit 2017 internationale, multidisziplinäre Forscherteams gefördert, die von CRUK gemeinsam mit einem Beirat definierte große Herausforderungen der Onkologie («grand challenges») wissenschaftlich erforschen. Die Förderung, die bis zu 20 Millionen Pfund (rund 22,25 Millionen Euro) pro Team beträgt, bietet dabei die Freiheit, in großem Maßstab neue Ansätze auszuprobieren. Inzwischen werden sieben Konsortien unterstützt, die dritte Förderrunde soll Ende 2019 starten.

Im Anschluss ging es um medizinische Fachthemen: Die Mitglieder der Arbeitsgruppe widmeten sich dem Komplex der Tumorheterogenität – klonale Evolution – Therapieresistenz. Krebszellen können sich schnell verändern und vermehren. Dadurch können sich neue Tumoren bilden, die gegen etablierte Therapien resistent sind. Zu verstehen, welche Mechanismen zur Ausbildung dieser resistenten Tumoren führen, eröffnet die Möglichkeit, Krebserkrankungen in Zukunft noch besser behandeln und heilen zu können. Impulse für die Diskussion gaben Peter Lichter, stellvertretender Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, und Jens Siveke, Leiter der DKTK-Gruppe Translationale Onkologie am Universitätsklinikum Essen.