1. Mai: Tag der Hautgesundheit

Hautkrebs ist mit die häufigste Hauterkrankung in Deutschland. Es gibt gute Möglichkeiten, ihn zu verhindern und früh zu erkennen; auch die Behandlung des aggressiven Schwarzen Hautkrebses macht große Fortschritte. Doch es bedarf weiterer Forschung.

Experten schätzen, dass im Jahr 2016 rund 230.000 Menschen an Weißem Hautkrebs und 23.200 Menschen an Schwarzem Hautkrebs erkrankten. Der Weiße Hautkrebs (dazu gehören das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom) streut sehr selten und hat deshalb in der Regel eine gute Prognose. Der Schwarze Hautkrebs, in der Fachsprache Malignes Melanom, ist weitaus gefährlicher, da er häufig Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet. Die Umstellung der Freizeit- und Urlaubsgewohnheiten der vergangenen Jahrzehnte, durch die sich Menschen vermehrt der UV-Strahlung ausgesetzt haben sowie die Auswirkungen des Klimawandels (mehr und aggressivere UV-Strahlung der Sonne), führen zu einem kontinuierlichen Anstieg der Erkrankungszahlen.

Die wichtigsten Tipps zum Sonnenschutz:

Pralle Sonne meiden

• Wenn draußen, dann im Schatten aufhalten

• Babys nicht in die direkte Sonne lassen; bei Kindern von 1 bis 6 Jahren zumindest direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

• Zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen:

- Kleidung sollte Arme und Beine sowie Kopf/Nacken bedecken
- Sonnenbrille mit UV-Schutz
- Sonnencreme mit mind. Lichtschutzfaktor 30 verwenden, je nach Hauttyp höher; immer eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufenthalt eincremen und nach zwei Stunden bzw. nach dem Baden nachcremen

UV-Schutz

Als wichtigste Möglichkeit, das eigene Hautkrebsrisiko zu minimieren, gilt der Schutz vor UV-Strahlung. Denn diese – ob aus Solarium oder durch Sonnenbaden – begünstigt die Entstehung von Weißem wie Schwarzem Hautkrebs.

Der Partner der Nationalen Dekade gegen Krebs, die Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH), und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) raten grundsätzlich von Solarienbesuchen ab und fordern ein Solarienverbot. Übrigens erhöht die Solariumnutzung („vorbräunen“) vor dem Urlaub den Eigenschutz der Haut nicht, wie man es häufig hört. UV-Strahlung aus Solarien (das gilt für jede Form von Solarien – z.B. auch für sogenannte Bio-Solarien, Smart Tanning oder Comfort Cooling) schadet nachweislich der Haut und führt zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko.

Hautkrebs-Screening

Zur Prävention gehört auch die Früherkennung, mit der Vorstufen der Erkrankung oder die Erkrankung im noch frühen Stadium erkannt werden können. Eine Hautkrebs-Früherkennung in Form einer Untersuchung des gesamten Körpers steht in Deutschland jedem gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren zu. Sie kann alle zwei Jahre wiederholt werden.

Ziel der Untersuchung, die auch als Screening bezeichnet wird, ist es sowohl Weißen als auch Schwarzen Hautkrebs früh zu erkennen und erfolgreicher zu behandeln. Ob die frühzeitige Behandlung tatsächlich vor dem Tod durch Schwarzen Hautkrebs bewahren kann, weiß man bislang nicht sicher. Möglicherweise werden einige Teilnehmende am Screening auch unnötig untersucht und behandelt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht in seiner Beschlussfassung zur Einführung des Hautkrebsscreenings jedoch einen Vorteil der frühzeitigen Erkennung und Behandlung darin, dass Betroffenen schwerere operative Eingriffe oder medikamentöse Maßnahmen (im Vergleich zu einer verschleppten Diagnose) eher erspart bleiben.

Untersuchung eines Patienten auf Hautkrebs

Bei der Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung wird nach verdächtigen Stellen am ganzen Körper gesucht. Im frühen Erkrankungsstadium erkannt, ist die Behandlung für Betroffene weniger belastend.

AdobeStock/Alexander Raths

Der erwarteten besseren Lebensqualität der Patientinnen und Patienten stellt er ein geringes zu erwartendes Schadenspotenzial für die Untersuchten gegenüber. Dennoch ist weitere Forschung nötig, um die Effektivität des Screenings besser beurteilen zu können. Es besteht zudem Forschungsbedarf bei der Frage, ob ein risikoangepasstes Screening besser als ein flächendeckendes Screening geeignet wäre, also die Anwendung unterschiedlicher Maßnahmen je nach individuellem Risiko einer Person. Das Hautkrebsrisiko ist zum Beispiel höher, wenn man einen hellen Hauttyp hat, viele Sonnenbrände in der Kindheit hatte, Familienmitglieder ersten Grades mit Hautkrebs hat oder Solariennutzer ist oder war. Effektiver screenen könnte heißen, dass Menschen mit erhöhtem Risiko öfter zur Früherkennung eingeladen werden oder dass für sie spezifischere Früherkennungsuntersuchungen angeboten werden. Mit der Optimierung von Früherkennungsmaßnahmen befasst sich auch die Arbeitsgruppe Prävention der Nationalen Dekade gegen Krebs.

Hautkrebs-Therapie

Die Behandlung von Schwarzem Hautkrebs hat durch die Einführung neuer Therapieformen (Immuntherapie und zielgerichtete Therapie) im Jahr 2015 große Fortschritte gemacht: Starb zuvor die Mehrheit (75 Prozent) der Menschen mit fortgeschrittenem Schwarzem Hautkrebs im ersten Jahr nach der Diagnose, überleben nun 72 Prozent der Betroffenen das erste Jahr und 30 Prozent leben inzwischen bereits fünf Jahre mit ihrer Diagnose.

Durch neue Therapien überleben sehr viel mehr Menschen mit der Diagnose des fortgeschrittenen Schwarzen Hautkrebs

Die Überlebensrate bei Schwarzem Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium ist seit Einführung neuer Therapieformen erheblich gestiegen.

Nationale Dekade gegen Krebs

Für die dahinterstehende Forschung zur Checkpoint‐Immuntherapie wurde 2018 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen. Doch es gibt weiteren Forschungsbedarf. Denn insbesondere die Immuntherapie geht mit starken Nebenwirkungen einher. Und immer noch entwickelt die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten Metastasen im Gehirn, die Resistenzen gegen die konventionellen Behandlungsstrategien ausbilden und somit schließlich zum Tode führen. Es wird vermutet, dass insbesondere epigenetische Veränderungen in den Tumorzellen dazu führen, dass sie sich trotz der Therapie weiter vermehren können. Die Epigenetik ist ein Bindeglied zwischen Umwelteinflüssen und Genetik; epigenetische Veränderungen sind molekulare Veränderungen auf Zellebene, zum Beispiel dazu führen, dass das Erbgut nicht abgelesen und in dieser Zelle nicht umgesetzt wird. Bislang sind diese epigenetischen Veränderungen aber nicht gut erforscht.

Daher sollen im BMBF-geförderten Projekt MelBrainSys sogenannte Omics-Daten von Hautkrebspatientinnen und -patienten mithilfe von bioinformatischen Methoden ausgewertet werden, um neue Erkenntnisse über die Entwicklung dieser Therapieresistenzen zu gewinnen. Die Forschenden wollen dafür die Tumoreigenschaften von Melanom-Metastasen im Hirn mit denen von Metastasen außerhalb des Gehirns vergleichen. Erste Stichproben ergaben hier Unterschiede, die potenziell ein Ansatzpunkt für eine personalisierte Therapie gegen den Krebs sein könnten. Auch die Arbeitsgruppe Große ungelöste Fragen der Krebsforschung der Nationalen Dekade gegen Krebs legt den Fokus ihrer Tätigkeit auf die Untersuchung von Therapieresistenzen bei Krebs.

WEITERE INFORMATIONEN

Solarienverbot für Deutschland gefordert (Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der ADP)

Das Projekt MelBrainSys - Modellbasierte Vorhersage und experimentelle Validierung neuer therapeutischer Interventionen für Melanom-Hirnmetastasen im Förderbereich Personalisierte Medizin (Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Die Gesundheitsleitlinie „Prävention von Hautkrebs“ informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz vor Hautkrebs und zur Hautkrebs-Früherkennung inkl. pro und kontra-Argumenten für die Teilnahme am Screening (DKH und DKG)

Hautkrebsreport 2019 (Techniker Krankenkasse)